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Europäisches Sozialforum in London | Drucken |  E-Mail
Korrespondentin Hamburg   
01.11.2004
Über 20.000 Menschen trafen sich vom 14. bis 17. Oktober in London. Kriegsgegner, Globalisierungsgegner und Umweltaktivisten diskutierten beim Dritten Europäischen Sozialforum (ESF).

Aber schon bei den Vorbereitungen des ESF gab es heftige Auseinandersetzungen unter den Veranstaltern. Ken Livingstone, Bürgermeister von London, hatte 580.000 Euro dem Sozialforum gespendet. Hierfür gab es nicht nur Beifall. Einige linke Gruppen warfen dem spendenfreudigen Kriegsgegner aber auch den Gewerkschaften vor, dadurch das ESF „gekauft“ zu haben, zumal dem Vernehmen nach bei Entscheidungen des ESF bei der Verteilung der Spende, die Zustimmung des Bürgermeisters eingeholt werden sollte.
Auch die Dominanz von Parteien – vor allem der Labour-Linken und der SWP – und des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) führte zum Herausdrängen mancher Basisorganisationen, so dass viele Veranstaltungen und Konferenzen außerhalb des offiziellen Rahmens des ESF stattfanden. Die Rede von einer Spaltung des ESF machte die Runde. Der basisdemokratische Anspruch der Sozialforen wurde zunehmend in Frage gestellt. Es zeigte sich vor allem auf diesem ESF, dass sich bei derartigen Großveranstaltungen hierarchische Strukturen herausbilden.
Am Donnerstag, dem Anreisetag der meisten Teilnehmer, kam es dann auch noch zu einem organisatorischen Chaos. Die Akkreditierung konnte nur an einem Ort stattfinden. Die meisten Teilnehmer suchten aber zuerst den Alexandra-Palast auf, wo auch die meisten Veranstaltungen laut Programm stattfinden sollten. Dort angekommen: geschlossene Hallen, kein Transparent, kein Plakat, keine Informationen.
An diesem Tag sollte auch das ESF offiziell eröffnet werden. Die Eröffnung fand in der Southwark Cathedral, nahe der Tower Bridge im Zentrum Londons statt, und bot gerade mal der Hälfte der dort versammelten TeilnehmerInnen Platz. An der Einlasstür Gedrängel und Geschubse, dann schloss sich das Tor für viele. Die Eröffnungsveranstaltung wurde exklusiv. Ken Livingstone hielt so seine Rede und erhielt für seine Angriffe auf die Regierungen in Washington und London viel Applaus. Außer ihm sprachen noch Aleida Guevara (die Tochter von Che) sowie Gerry Adams aus Nord-Irland.

Gemischte Veranstaltung

Am Freitag bis Sonntag haben über 20.000 Menschen in etwa 400 Workshops, Seminaren und Plenen diskutiert. Hier war zu beobachten, dass die Diskussionen zu den Themen Irak und Nahostpolitik vielfach inhaltlich im Vordergrund standen. Der Widerstand gegen den Neoliberalismus kam dabei zu kurz. Am Samstag kam es bei einer Veranstaltung über Rassismus und Rechtsextremismus, auf der auch Livingstone sprechen sollte, zu derartigen Störungen, dass der „Altlinke“ seine Rede nicht halten konnte. Auch andere Veranstaltungen wurden gesprengt.
Eine Reihe von Basisgruppen hatte im Vorfeld einen ganzen Frauentag, wie im Vorjahr in Paris, gefordert. Zunächst wurde das abgelehnt, erst als verschiedene Fraueninitiativen zu einem autonomen Frauentag aufriefen, wurde auf dem ESF eine Frauenversammlung zugelassen. Auf dieser fanden dann die üblichen Podiumsdebatten statt.
Nach den Erfahrungen in Florenz und Paris wird weiter versucht, Netzwerke aufzubauen, um eine internationale Kommunikation unter Frauen zu ermöglichen, denn die Rechte der Frauen müssen weiterhin im Vordergrund stehen. Gleiche Rechte für Mann und Frau in der Ehe, aber auch außerhalb, gleiche Bezahlung, wie auch Abbau von Hierarchien und Druck, der durch bestehende Religionen ausgeübt wird .Es ging um mehr Rechte für Frauen, nicht nur national. Recht auf Arbeit, gleiche Bezahlung, Gleichheit von Männern und Frauen.
So wurde u. a. das von Fehlen von Frauenrechten z.B. im Fundamentalismus diskutiert. Solange es noch Steinigungen von Frauen oder erzwungene Prostitution gibt, muss der Kampf weiter gehen. Unerlässlich ist eine weltweite Bewegung der Frauen, um eine Geschlechtergleichberechtigung zu erreichen.

Europaweite Demonstrationen geplant

Das ESF endete mit einem Aufruf zu europaweiten Aktionswochenenden im März 2005 und einer Demonstration gegen Krieg und Rassismus mit 70.000 Teilnehmern. Weiter wurde beschlossen, das 4. Europäische Sozialform im Jahre 2006 in Athen stattfinden zu lassen.

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